Prävention von Freizeitunfällen


14.05.19 - Jedes Jahr verletzen sich in der Schweiz eine halbe Million Arbeitnehmende in der Freizeit. Mit schwerwiegenden Folgen für die Betriebe: Sie verursachen einen Ausfall von 7,5 Millionen Arbeitstagen.



Jedes Jahr verletzen sich in der Schweiz eine halbe Million Arbeitnehmende in der Freizeit. Mit schwerwiegenden Folgen für die Betriebe: Sie verursachen einen Ausfall von 7,5 Millionen Arbeitstagen. Dies bedeutet für die Betriebe nebst Kosten auch administrativer und organisatorischer Aufwand.

Besonders wirksam ist es, wenn der Arbeitgeber selbst seine Mitarbeitenden für das Thema Freizeitunfälle sensibilisiert. Wichtig ist, dass er bei seinen Mitarbeitenden versucht, die Sicherheitsroutine von Arbeit und Freizeit zu verknüpfen. Signalisieren Sie als Arbeitgeber Ihren Mitarbeitenden, dass es Ihnen nicht gleichgültig ist, wenn ein Unfall in der Freizeit passiert.   

Prävention rechnet sich
Ob ein Unfall bei der Arbeit oder in der Freizeit passiert: Das Leid und die Kosten bleiben dieselben. Auch bei Freizeitunfällen fallen nebst direkten Kosten – wie für Karenztage, dem Taggeldausgleich sowie den Beitragszahlungen an Sozialversicherungen und Pensionskassen – indirekte Kosten an, beispielsweise für die Ersatzpersonalsuche und Umorganisation. Diese Kosten liegen sogar zwischen 1,5- und 5-mal höher als die direkten Kosten. So summiert sich dies bei einer Arbeitsunfähigkeit von beispielsweise 45 Tagen auf insgesamt 20 000 Franken für den Betrieb. Zudem resultiert durch die Abwesenheit unter Umständen ein Qualitätsverlust, es entstehen Terminverzögerungen, daraus folgen eine sinkende Zufriedenheit im Team sowie bei den Kunden und in letzter Konsequenz ein Image- und finanzieller Schaden. Prävention lohnt sich vielfach.

Suchen Sie das Gespräch
Führen Sie zur Prävention ein Sicherheitsgespräch, insbesondere dann, wenn immer wieder Unfälle – auch Freizeitunfälle – oder Sachschäden passieren, die auf Ablenkung, Missachtung von Verboten oder die körperliche Verfassung zurückzuführen sind. Besprechen Sie mit den Mitarbeitenden riskante Verhaltensweisen und vereinbaren sie gemeinsame Verhaltensregeln.
Unterstützen Sie verunfallte Mitarbeitende nach der Rückkehr mit einem Rückkehrgespräch. Schaffen Sie dabei ein vertrauensvolles Klima und zeigen Sie Wertschätzung. Werden diese Kontakte ehrlich und systematisch durchgeführt, unterstützen sie die Präventionskultur.
Und nicht zuletzt: Lernen Sie aus Arbeits- oder Freizeitunfällen. Lassen Sie nach dem Unfall die Betroffenen den Arbeitskollegen erzählen, wie es dazu gekommen ist, und was für die Prävention abgeleitet werden kann. Schaffen Sie für ein solches Gespräch zuerst die Bereitschaft und Offenheit gemeinsam aus Unfällen im Team zu lernen.

Persönliche Unfallprävention
Ein weiteres Mittel ist, Mitarbeitende persönliche Unfallrisikosituationen im Freizeitbereich beurteilen und Massnahmen daraus ableiten zu lassen. Durch eine Risikobeurteilung der Bereiche Verhältnisse, Verhalten und persönliche Voraussetzungen leitet der Mitarbeitende dabei sein Präventionspotenzial her. Die Suva bietet dafür Hilfsmittel wie eine Präsentation, Arbeitsblätter und Kurzfilme an.

Seminar

Zum Thema «Wirksame Prävention von Freizeitunfällen» plant der AM Suisse im Herbst/Winter ein Seminar mit Präventionsberatern der Suva.

Zurück zur Liste