«Vom ganzen Betrieb werde ich voll und ganz unterstützt»


07.05.19 - Am 22. August starten im russischen Kazan die Berufs-Weltmeisterschaften WorldSkills. Mit dabei ist Landmaschinenmechaniker Christof Röllin, den wir bei seinen Vorbereitungen besucht haben.



Wie haben Sie sich zur Teilnahme an den WorldSkills qualifiziert?
Durch die SwissSkills 2018 in Bern, bei denen ich die Goldmedaille holte. Danach gab es ein Bewerbungsgespräch, bei dem die Kriterien zur Teilnahme an den WorldSkills geprüft wurden. Diese besagen, dass man nicht älter als 22 Jahre sein darf und in einem Fachbetrieb arbeiten muss. Ein weiteres Kriterium ist der Wille zur Teilnahme, sprich meine persönliche Motivation.

Hat die bevorstehende Teilnahme an den WorldSkills Ihr Leben verändert?
Ja. Im Moment bin ich nicht so viel im Betrieb, da die Vorbereitung recht zeitaufwendig ist. Auch private Pläne habe ich verschoben und Dinge zurückgestellt.

Mit wie vielen Stunden Training rechnen Sie insgesamt?
Der Trainingsplan sieht ca. 250 Stunden vor, dazu kommen nochmals ungefähr 250 Stunden im Selbststudium. Im Ganzen sind es also rund 500 Stunden.

Was trainieren Sie im Moment?
Im Augenblick bin ich hier im Bildungszentrum LMB Technik + Bildung Weinfelden in einem Hydraulikkurs. Dabei kann ich das Thema sehr gut vertiefen.

Wie sieht Ihr Trainingsplan weiter aus?

Als nächstes stehen die Bereiche Elektro, Klimaanlagen und Anhängerbremsen auf dem Programm. Auch ein nächstes Teamweekend mit dem SwissSkills-Team steht schon bald an.

Die Wettkämpfe fordern sicher auch mental. Trainieren Sie in diesem Bereich ebenfalls?
Im Moment fühle ich mich diesbezüglich sehr gut. Ich würde mich als geerdet, ausgeglichen und zuversichtlich bezeichnen. An den kommenden SwissSkills-Teamweekends werden wir die Gelegenheit haben, die mentale Stärke noch weiter zu trainieren.

Auf was an den WorldSkills sind Sie am meisten gespannt?
Ich stelle mir alles interessant vor. Ich freue mich schon jetzt auf den Austausch mit den Kandidaten aus den anderen Ländern. Dabei ist sicher interessant zu vergleichen und zu sehen, ob sich die Arbeitsweisen unterscheiden. Auch auf Land und Leute bin ich gespannt.

Welche Personen unterstützen Sie nebst Martin Schär?

Vom ganzen Betrieb werde ich voll und ganz unterstützt. Im Moment schätze ich besonders den Austausch mit einem Arbeitskollegen, der aktuell die Ausbildung zum Diagnosetechniker macht.
Auch meine Eltern unterstützen mich in verschiedenen Belangen.
Bei der Organisation und den Kursen leistet der Verband gute Arbeit.

Was war bis jetzt das einprägsamste Erlebnis?

Ich konnte schon vieles erleben. Besonders eindrücklich war der Aufenthalt in England, bei dem ich bei John Deere ein dreiwöchiges Training absolvieren durfte. Da die Handbücher beim Wettkampf alle in Englisch sein werden, war es sehr vorteilhaft mein Fachwörterwissen im Englischen aufzubessern.
Ebenfalls waren die SwissSkills-Teamweekends sehr bereichernd, bei denen ich die anderen Teilnehmer kennenlernen durfte.
Nicht vergessen bleibt auch, dass ich an den österreichischen Berufsmeisterschaften als Gast teilnehmen durfte. Die Arbeitsweise unterschied sich nicht wesentlich, der Ablauf des Wettkampfs war jedoch anders. Wo es bei uns an SwissSkills Wettkampfblöcke von zwei Stunden gab und die Teilnehmer in Gruppen aufgeteilt waren, ging der Wettbewerb in Österreich über den ganzen Tag für alle, dies in Blöcken von je drei Stunden. Zudem war alles etwas mehr auf Baumaschinen ausgelegt als bei uns.

 

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