Prix Acier 2026: Die Sieger stehen fest


01.09.26 - Unter einer Rekordzahl von 59 eingereichten Projekten haben Jury und Publikum die Gewinner des Prix Acier 2026 auserkoren.



Seit 2005 zeichnet der Wettbewerb herausragende Bauwerke aus, bei denen Stahl als prägendes Baumaterial eingesetzt wurde. Prämiert werden jeweils Projekte in der Schweiz oder solche, die unter massgeblicher Beteiligung von Schweizer Planungsbüros und Unternehmen entstanden sind.  

Mit dem Prix Acier 2026 wird der Schweizer Stahl- und Metallbaupreis bereits zum zehnten Mal verliehen. Und zu seinem zehnjährigen Jubiläum verzeichnet der Prix Acier denn auch einen Teilnahmerekord: 59 Projekte wurden 2026 eingereicht. Diese aussergewöhnlich hohe Beteiligung unterstreicht die Innovationskraft und Vielfalt des Schweizer Stahl- und Metallbaus.  

Unter diesen 59 Projekten wählte die Jury zunächst 18 Finalisten aus, welche damit zugleich im Public Voting für den Publikumspreis zur Wahl standen – das Rennen beim Publikum machte ein Projekt in Graubünden. Die Jury bestimmte unter diesen 18 Projekten nach eingehender Prüfung fünf Preisträgerprojekte, zwei weitere Projekte erhielten eine Anerkennung für besondere Qualitäten.  

Die folgenden Projekte wurden als Preisträger des Prix Acier 2026 auserkoren:

Titlis Tower, Engelberg, Obwalden 
Mit dem Projekt Titlis Tower von Herzog & de Meuron wurde auf über 3000 Metern über Meereshöhe ein neues touristisches Wahrzeichen geschaffen. Anstatt den ehemaligen Richtstrahlturm aus den 1980er-Jahren zurückzubauen, wurden die Tragreserven der bestehenden Stahlkonstruktion durch präzise Eingriffe in ein neues öffentlichen Bauwerk mit Aussichtsturm, Restaurant und Besucherplattform verwandelt. Für die Tragwerksplanung zeichneten Schnetzer Puskas Ingenieure verantwortlich.

RhB-Ersatzneubau Castielerviadukt, Chur  
Mit dem Ersatzneubau des Castielerviadukts setzt die Rhätische Bahn (RhB) ihr bauliches Kulturerbe fort. Die Brücke interpretiert die Gestaltungsprinzipien der UNESCO-Welterbestrecke neu und verbindet sie mit einem Tragwerkskonzept, das auf die anspruchsvollen geologischen Bedingungen inklusive kontinuierlichen Hangbewegungen reagiert sowie auf die betrieblichen Anforderungen der RhB ausgelegt ist. Die Bänziger Partner AG führte Entwurf, Planung und Bauleitung durch, architektonisch begleitet wurde das Projekt von der Denkmalpflege Graubünden.  

Koch-Park und Kohlenlagerhalle, Zürich  
Das Projekt Koch-Park in Zürich entwickelte eine neue Fachwerkkonstruktion die denkmalgeschützte Kohlenlagerhalle weiter. Das von der Dr. Neven Kostic GmbH verantwortete Tragwerk in Schwarzstahl wurde zum prägenden Element, welches die historische Baukultur mit modernem Ingenieurwesen verbindet. Die Generalplaner Krebs und Herde, Landschaftsarchitekten BSLA Landschaftsarchitektur hatten die Gesamtleitung inne, das architektonische Konzept stammt von PARK ARCH ETH SIA BSA AG.  

Autobahn-Halbanschluss Bellinzona Centro  
Der neue Halbanschluss Bellinzona Centro musste auf engstem Raum zwischen Gewerbebauten und dem Fluss Ticino den Anschluss an die A2 sicherstellen. Der Verkehr durfte während des Baus nicht unterbrochen werden. Der Kreisverkehr ist das auffälligste Element. Gleichzeitig erfüllt er die wichtigste Rolle als Tragwerk, für das Lurati Muttoni Partner SA und AFRY Svizzera SA verantwortlich zeichnen. Das Projekt des Studio d’architettura Martino Pedrozzi zeigt exemplarisch, wie sich Stahlbau nicht nur für grosse, freie Spannweiten bewährt, sondern auch für Aufgaben, bei denen Geometrie und Betrieb kaum Spielraum lassen.  

Fussgänger- und Fahrradbrücke «Les Cigarières»  
Die neue Fussgänger- und Fahrradbrücke «Les Cigarières» quert in Yverdon-les-Bains unmittelbar neben dem Bahnhof den Fluss Thielle. Die schlanke, elegante Konstruktion aus recyceltem Stahl ist auf Effizienz und Materialersparnis ausgelegt. Zudem schafften Brauen Wälchli Architectes mit ihrer Form, Farbe und Namen einen Bezug zur sozialen und industriellen Lokalgeschichte. Mit der Tragswerkplanung wurde die Perret-Gentil SA beauftragt.  

Anerkennung für besondere Qualitäten  
Zwei weitere Projekte wurden von der Jury für ihre besonderen Qualitäten mit einer Anerkennung gewürdigt: Der Munotsteg in Schaffhausen und der Ballfang für die Baseball-Anlage Heerenschürli in Zürich.  

Die filigrane Stahlkonstruktion des Munotstegs überwindet den Hirschgraben der Festung Munot und lässt dank ihrer architektonischen Eleganz das historische Mauerwerk umso stärker wirken – ein kleines Bijou des Stahlbaus entstanden in Zusammenarbeit von co-struct AG (Ingenieurwesen) und Ofreia GmbH (Architektur und Integration).  

Der Ballfang der Baseball-Anlage Heerenschürli, ein anspruchsvoller Ingenieurbau, zeichnet sich aus durch ein Stahl- und Seiltragwerk mit hoher Materialeffizienz und fügt sich farblich harmonisch in den umgebenden Bestand ein. Gesamtleitung und Tragwerk von Dr. Deuring + Oehninger AG; Landschaftsarchitektur von Nipkow Landschaftsarchitektur BSLA SIA.

Publikumspreis  
Die Hängebrücke «la pendenta» in Disentis/Mustér ermöglicht seit ihrer Eröffnung im November 2024 zu Fuss einen schnellen und bequemen Übergang über die Rheinschlucht bei Cuflons. Das Bauwerk von ipz ingenieure + planer AG und Jakob Rope Systems, Trubschachen, vereint eine materialeffiziente Bauweise mit einer durchdachten Gestaltung und integriert gelungen in die geschützte alpine Landschaft. Das Projekt wurde in einem Public Voting von der Mehrheit der Abstimmenden als Gewinner gewählt und erhielt damit den Publikumspreises 2026.  

Zu den Auszeichnungen

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