12.06.26 - Die auf Asbest zurückzuführenden Todesfälle werden künftig weiter steigen. Ein SRF-Interview geht den Gründen nach.
Seit 1990, also fast 36 Jahren, ist die Verwendung von Asbest in Neubauten und neuen Produkten in der Schweiz verboten. Dennoch prognostizieren Versicherungen laut einem Bericht von SRF eine weitere Zunahme der Todesfälle in Zusammenhang mit Asbest. Im Jahr 2022 waren es 137 Fälle pro Jahr, Versicherungen rechnen mit künftig bis zu 170 Fällen pro Jahr.
Einerseits liegt dies daran, dass die Inkubationszeit der Krankheit über 30 Jahre beträgt. Bauarbeiter oder Hobbyhandwerker, die Anfang oder Mitte der Neunzigerjahre mit Asbest in Kontakt kamen, sterben heute an den Folgen der Erkrankung.
Andererseits wurden in den darauf folgenden Jahrzehnten immer mehr ältere Gebäude, in denen Asbest noch verwendet wurde, renoviert oder umgebaut – wobei das Bewusstsein über die Verbreitung von Asbest oft mangelhaft war und leider teilweise weiterhin ist. So erklärt sich, dass die asbestbedingten Erkrankungen und Todesfälle in den nächsten Jahren weiter zunehmen werden.
Asbest-Interview von SRF
Das SRF geht im Interview mit Urs Berger, dem abtretenden Präsidenten der Stiftung Entschädigungsfonds für Asbestopfer (EFA), näher auf die Opferhilfe und deren Finanzierung, die Rolle der Suva und der EFA ein. Das Gespräch ist als Radiointerview und Onlineartikel verfügbar.
Asbest-Dossier von AM Suisse
Der AM Suisse thematisiert die Gefahr von Asbest im Metallbau und bei der Renovation alter Fahrzeuge regelmässig und ausführlich. Im Themen-Dossier unter der Rubrik «Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz» sind zahlreiche Informationen zum Thema Asbest zusammengefasst, darunter ein Webinar, Schulungs- und Instruktionsvideos und mehr. Wir verweisen hier zudem auf das Asbest-Merkblatt von Metaltec Suisse.