04.08.26 - Die Suva-Prämien 2027 werden im Gesamtdurchschnitt aller Tarifklassen zwar leicht sinken, für die Branchen des AM Suisse zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild.
Die Suva blickt auf ein gutes Jahresergebnis 2025 zurück und steht finanziell stabil da. Im Gesamtdurchschnitt aller Tarifklassen werden die Bruttoprämien für die Nichtbetriebsunfallversicherung (NBUV) und Betriebsunfallversicherung (BUV) per 1. Januar 2027 denn auch leicht sinken.
Weiterhin 20% Prämienreduktion
Alle Betriebe erhalten auch 2027 wieder eine ausserordentliche Prämienreduktion von 20% aufgrund von Überschüssen aus Kapitalerträgen, was die historisch tiefe Prämienbelastung der letzten Jahre weiterführt.
Zu beachten ist jedoch der Ausnahmecharakter dieser Prämienreduktion: Da die Suva nicht gewinnorientiert ist, gibt sie finanzielle Überschüsse an ihre Versicherten weiter. Sind die Überschusserstattungen einmal ausgeschöpft, werden die Prämien wieder das normale, höhere Niveau erreichen.
Prämienentwicklung der AM Suisse-Branchen
Für die Branchen des AM Suisse zeigt sich bei den Bruttoprämien jedoch ein differenzierteres Bild. Im Metallbau variiert die Entwicklung der Prämie je nach Unterklasse. Landtechnikbetriebe müssen ab 2027 mit höheren Prämien rechnen. Ferner wird der Zuschlag für die Verwaltungskosten leicht erhöht.
Metallbau (Tarifklasse 11C)
Bei der NBUV bleibt für die Metallbaubranche der Risikoverlauf stabil, die finanzielle Lage der Tarifklasse 11C «Stahl-, Metall- und Apparatebau, Montagebetriebe» hat sich weiter verbessert. Dies führt zu einer Senkung des Basissatzes, was einer durchschnittlichen Senkung des Nettoprämiensatz um rund 4,8% entspricht.
Bei der BUV ist in der Tarifklasse 11C ist die Unfallhäufigkeit zwar weiter gesunken. Die Kosten pro Fall bleiben jedoch unverändert hoch. Aufgrund unterschiedlicher Entwicklung der einzelnen Unterklassen beträgt die Anpassung der Nettoprämiensätze hier zwischen -9,6% Prozent und +7,6%. Erhöht haben sich die Werte für die Unterklasse A0 «Metallbau, Schlosserei, Schmiede» (+3,4%), D0 «Herstellung leichter Metallrohrerzeugnisse» (+7,6%) sowie F0 «Montage von Stahlbaukonstruktionen» (+2,5%).
Dank der guten finanziellen Lage in dieser Tarifklasse können die Nettoprämiensätze dennoch auch 2027 unter dem eigentlichen Prämienbedarf festgelegt werden. Dadurch werden die Ausgleichsreserven der Klasse 11C weiter abgebaut.
Factsheet Suva-Prämien (Klasse 11C)
Landtechnik (Tarifklasse 13D)
Bei der NBUV sind die Unfallkosten in der Tarifklasse 13D «Landfahrzeuge und Baumaschinen (Instandhaltung)» gestiegen, während sich die finanzielle Lage beständig zeigt. Der Basisprämiensatz muss um eine Stufe erhöht werden; das entspricht einer Erhöhung des durchschnittlichen Nettoprämiensatzes um 2,8%.
Bei der BUV konnten die Betriebe dieser Tarifklasse und speziell der Unterklasse C0 «Unterhalt von Maschinen und Geräten der Land- und Bauwirtschaft» in den vergangenen Jahren von aussergewöhnlichen Senkungen profitieren. Die aktuelle Lage zeigt leider ein anderes Bild: Die Rentensituation und die damit zusammenhängenden Unfallkosten haben sich unvorhersehbar wesentlich verschlechtert. Die Prämienmassnahmen eines jeden Unterklassenteils müssen so festgelegt werden, dass sie die zukünftig erwarteten Kosten voraussichtlich decken können. Deshalb muss der durchschnittliche Nettoprämiensatz per Januar 2027 um 7,6% erhöht werden.
Factsheet Suva-Prämien (Klasse 13D)
Individuelle Prämiensätze
Die individuellen Prämiensätze der einzelnen Betriebe (sowohl Tarifklasse 13D wie 11C) können allerdings vom Durchschnitt der Klasse abweichen, weil dies von der Tätigkeit, dem Risikoverlauf und dem Prämienmodell abhängen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Suva-Agentur.
Weiterführende Informationen
Untenstehend finden Sie die Mitteilung der Suva sowie in den Factsheets die Details zu den Tarifklassen für unsere beiden Branchen.